Spielbericht der Herren 2

Spiel vom 2018-11-18, 15:00

HSG Ebersbach/Bünzwangen 2 : HC Wernau      30 : 19

KMK

Der elaborierte Leser wird bei KMK sicherlich an die Kultusministerkonferenz, die ständige Konferenz der Kultusminister der Länder der BRD, denken. Bei der HSG hingegen steht dieses Kürzel nunmehr für das jugendliche Trio „Kreidenweiß – Mejzlik – Kälberer“, welches dem altehrwürdigen Handball Club Wernau den Zahn zog. Durch die Defensivqualitäten der drei jungen Herren gelang der HSG ein deutlicher 30:19–Sieg, bei dem man seinen Fans auch endlich einmal über 60 Minuten attraktiven Handball präsentierte.

Während Wernaus Hüne Raphael Kehle zwar noch den ersten Treffer der Partie markieren konnte, stellte die HSG alsbald eines klar: „Ich bin hier der Chef!“. Mit einem 5:0-Lauf, den Mejzlik zwischendurch sogar noch mit einem gehaltenen Strafwurf krönte, zogen die Filsbuben davon. Als Deuschle wieselflink in der 15. Minute gar auf 7:2 stellte, griff der HC zur Auszeit. Jene sollte jedoch ohne große Wirkung bleiben, denn was die Herren Kälberer und Kreidenweiß da im defensiven Mittelblock der HSG fabrizierten, war feine Sahne ersten Ranges. Wernau hatte seine liebe Mühe gegen das Ebersbacher Abwehrbollwerk. Und weil zudem Mejzlik ein ums andere Mal parieren konnte, wurde der HSG so das schnelle Spiel nach vorne ermöglicht. Dem schnellen Umschaltspiel hatte Wernau nur wenig entgegenzusetzen und so konnte Erben von ungewohnter Außenposition in der 18. Minute auf sieben Treffer Unterschied (10:3) einnetzen. Es war eine Partie, in der dem Heimteam viel gelingen sollte. Die Unterstützung von der Bank war ebenso vorhanden und so traf der eingewechselte Wilting in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte gleich drei Mal. Wenn die HSG in dem ein oder anderen Moment noch konzentrierter im Abschluss gewesen wäre, es hätte nach den ersten dreißig Minuten schon deutlich höher als „nur“ 15:8 stehen können.

Natürlich konnte sich Bachleitner bei der Halbzeitansprache ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen, mahnte seine Mannen aber dennoch die Konzentration hoch zu halten. Den Spaß am Ball, den seine Farben aber hier wahrlich hatten, wollten sie auch in Halbzeit zwei zeigen.

In Überzahl traf Erben vom Punkt zum 16:8 und kurz darauf wurde auch Stähle mit einem Treffer für sein aufopferungsvolles Spiel belohnt. Dann aber fand sich Kreidenweiß nach zu hartem Einsteigen auf der Strafbank wieder und man konnte gespannt sein, wie die Filsbuben eine erste Unterzahlsituation überstehen würden. Zuerst kam Kisselmann und segelte, segelte, segelte, segelte, segelte – zwischendrin Blick auf die Uhr – segelte, segelte, segelte zum 18:9 von Rechtsaußen. Vielleicht war Motz immer noch baff von Kisselmanns „Airtime“, denn in der darauffolgenden Abwehraktion zeigte er sich immer noch paralysiert, war zu spät und die HSG nun in doppelter Unterzahl. Deuschle störte sich nicht weiter dran und schlängelte sich auf Linksaußen wie ein Aal zum 19:10. In der 42. Minute war es dann der inzwischen wieder auf der Platte agierende Kreidenweiß, der mit großem Entzücken vom Kreis zum ersten Zehn-Tore-Vorsprung beim 22:12 traf. Die Messe war gelesen, der Fisch war „butzt“.
Aber bis zum Ende wollte die HSG noch mehr. Deuschle lief zur Hochform auf und wurde sogar auf Rückraum Mitte getestet. In der nun folgenden großen „Simon-Show“ trafen Wilting und Deuschle bis zum Ende je noch weitere drei Mal und durften sich zurecht von der stattlichen Kulisse dafür feiern lassen. Man konnte wirklich Begeisterung für Bachleitners Sieben an diesem Tag gewinnen. Kreidenweiß` Freude war sogar derart überschwänglich, dass er sich eine Minute vor Schluss mit einem: „Buaba, des frait mi so. Ich meld´ mi fiar a Kabinafeschd, mei Oma hät n Pardy-Service. Schnitzelwecka!“ und einer Disqualifikation auf die Bank begab. Aber auch diese Entscheidung des insgesamt gut leitenden Unparteiischen verkraftete die HSG angesichts des Spielstandes schadlos und mit der Schlusssirene wurde der 30:19-Endstand markiert.

Ein immens wichtiger Sieg! Aber viel Zeit für Selbstbeweihräucherung bleibt nicht. Denn bei der wiedererstarkten SG Hegensberg-Liebersbronn 2 erwartet die HSG kommenden Sonntag das fünfte Vier-Punkte-Spiel in Folge. Vielleicht aber tagt ja wieder die Kultusministerkonferenz...

Es spielten:
Griffith, Mejzlik; Kreidenweiß (3), Wilting (6), Mauch (1), Kisselmann (1), Engel, Kälberer (1), Motz (3/2), Erben (4/1), Denzinger (1), Adelmann, Deuschle (7), Stähle (3).