S035 Hoenemann

Spielbericht der Herren 2

Spiel vom 2018-12-16, 13:00

TV Reichenbach 3 : HSG Ebersbach/Bünzwangen 2      30 : 28

Rasselbande steht sich selbst im Weg

Auch im vierten Anlauf unterliegt die HSG im Derby gegen den TV Reichenbach 3. Dabei wäre für Bachleitners Truppe mehr drin gewesen. Die zu hohe Anzahl an technischen Fehlern sowie die schwache Ausbeute an Strafwürfen war dann an Hypotheken doch zu viel.

Mit insgesamt fünf A-Jugendlichen setzte Bachleiters Trainerstab vor allem auf die Jugend im Duell gegen die Erfahrung aus Reichenbach. Im Mittelblock war dann auch gleich Kälberer am ersten Ballgewinn beteiligt und besorgte in Zusammenarbeit mit Becher durch schnelles Umschaltspiel den ersten Treffer der Partie. In den folgenden Minuten war es aber vor allem Reichenbachs M. Mangold, der mit seinem Können das Spielgeschehen dominierte. Die geplante offensive Deckungsvariante gegen ihn wurde nicht konsequent umgesetzt, was ihm immer wieder genügend Räume bot, entweder selbst zum Abschluss zu kommen, Reichenbachs Radosic am Kreis in Szene zu setzen oder große Räume für seine beiden Rückraumkollegen zu reißen. So ließ die Reichenbacher Führung nicht lange auf sich warten. Erst Adelmann brachte mit einem kernigen Unterarmwurf aus dem Zentrum beim 3:4 sein Team wieder in Front. Viele Wechsel auf allen Positionen brachten einerseits Schwung ins Spiel der HSG, allerdings war auch aufgrund der Uneingespieltheit die Zahl an technischen Fehlern enorm. Feine Einzelleistungen wie der wunderschöne Kopfleger von Dannenmann über RA konnten dies nicht genügend aufwiegen. Zwar zeigte Griffith eine ansprechende Leistung, aber die meisten Würfe auf sein Tor waren einfach zu platziert, als dass er hätte etwas dagegen ausrichten können. Ganz anders hingegen die HSG. Auch freie Würfe fanden hier nicht immer den Weg ins Tor. Gut und gern zehn technische Fehler allein in Durchgang eins mussten die Filsbuben verzeichnen. Jeder einzelne davon wurde von den erfahrenen Reichenbachern gnadenlos bestraft. Besonders bitter zeigte sich dies in den letzten 20 Sekunden der ersten Hälfte beim Stand von 14:13 für Reichenbach. Anstatt den Angriff konzentriert mit einem Spielzug abzuschließen, wurde die Harzkugel ohne Fremdeinwirkung vertändelt. Der TVR schaltete schnell, verwandelte den Konter wenige Augenblicke vor der Sirene sicher und erhöhte so zum schmeichelhaften 15:13.

Analog startete auch die zweite Hälfte. Nach nur 15 Sekunden wurde Reichenbach mit einem Ebersbacher Schrittfehler förmlich zum 16:13 getragen. Jedoch blieben auch die Hausherren in Folge nicht fehlerfrei. Einen Schrittfehler von Reichenbachs Mangold nutzte Adelmann, um L. Denzinger mit einer Harpune zum 17:16-Anschlusstreffer zu bedienen. Willensstark tankte sich darauf Engel auf RR zum Ausgleich durch. Das Spiel war wieder offen. Und während L. Denzinger von LA den gegnerischen Torhüter mit einem Wurf durch die Hosenträger zum 18:18 düpierte, war es an Kreidenweiß nach einem feinen Pässchen von Kisselmann, die Führung für seine Farben zurückzuholen.

Es war jetzt kein hochklassiges Spiel, viel eher eines, das von der Spannung aufgrund des engen Verlaufs lebte. Gantenbein ließ Griffith keine Chance und der HSG schienen im Angriff nun die Ideen auszugehen. Von außenhalb konnte man Bachleitners Stimme noch mit einem: „Trau dich doch, Kissel“, hören, da schraubte sich besagter Schützling nach einem Freiwurf schon in luftige Höhen und besorgte von dort das 19:20. Den Zuschauern wurde schwere Kost zugemutet. Im direkten Gegenzug wurde Becher vom Unparteiischen mit einer Strafzeit des Feldes verwiesen, vom Punkt glich Reichenbach in Person von Maik Martin wieder aus. Aber auch der TVR stellte sich in der Defensive nicht geschickt an und wurde ebenso reduziert. Die HSG aber vergab den zweiten Strafwurf in Folge. Vorweihnachtliche Bescherung herrschte nun in der Reichenbacher Brühlhalle, als der TVR nach einem erfolglosen fatzenfreien Wurf über LA mit einem Strafwurf belohnt wurde und die HSG im gleichen Zug mit einer weiteren Zwei-Minuten-Strafe bedacht wurde. Wieder ließ Martin seinem Gegenüber Griffith im Tor keine Chance. Die kurze doppelte Unterzahl musste die HSG erst einmal verkraften. Mit großem Risiko und unter drohendem Zeitspiel passte Stähle von RA dann sehenswert zu Becher auf LA, der sich zum Strafwurf durchtankte. Aber auch diesen Strafwurf konnte man nicht verwerten. Es war zum Haareraufen, denn im direkten Gegenzug wartete der TVR mit dem 23:22 auf.

Es folgte eine längere Unterbrechung technischer Natur, denn Reichenbachs Computer am Zeitnehmertisch schien sich in die Weihnachtsferien zu verabschieden. So ging es analog in die letzten 13 Minuten. Stähle tankte sich im Angriff durch, wurde aber regelwidrig am Torwurf gehindert, Zum Strafwurf trat er selbst an. Aber die HSG vergab den vierten Strafwurf in Folge, glücklicherweise konnte Dannenmann gedankenschnell den Abpraller zum 23:23 verwerten. Wieder war Reichenbach aus dem Rückraum erfolgreich, aber auch Engel auf Seiten der HSG konnte einnetzen. Es ging in die letzten zehn Minuten. Trotz falscher Sperre wurde dem TVR das 25:24 gewährt. Im folgenden Wurf blieb Griffith spektakulär Sieger, aber im freien Wurf von LA scheiterte die HSG ebenfalls. Auf der anderen Seite machte es Mangold besser und stellte auf 26:24 für die Hausherren. Wieder machte Engel mächtig Druck und zog einen Strafwurf plus Zeitstrafe. Und endlich war die HSG in Person von Adelmann auch vom Punkt erfolgreich. Aber weil Gantenbein in einer 1:1-Situation Becher keine Chance ließ, blieb es beim Zwei-Tore-Rückstand aus Sicht der HSG. Engel lief heiß, bedachte Becher mit einem Rückhand-Zucker-Pass, aber Reichenbachs Keeper zeigte auch Zauber bei seinen Reflexen. Es war die Erfahrung des TVR, die in der Crunchtime den Unterschied ausmachte. Reichenbachs Radosic konnte erneut am Kreis ein Offensivfoul verbergen und schindete sogar noch einen Strafwurf für sein Team zum 28:25. Den Strafwurf im Gegenzug aber verwertete die HSG wieder nicht, die Abschlussschwäche vom Punkt war eklatant und nun auch spielentscheidend. Als Kisselmann zum 28:26 traf, waren noch 150 Sekunden zu spielen. Mangold beschenkte die HSG erneut mit einem Schrittfehler, welcher der HSG im Gegenzug durch Becher einen weiteren Strafwurf einbrachte. Kisselmann traf zwar zum 28:27, aber weil die Hausherren mit einem Schimmeltor von RA das 29:27 besorgten, war das Spiel entschieden. Den letzten Treffer des Heimteams besorgte Martin vom Punkt, Ergebniskosmetik betrieb Stahl mit dem Schlusspfiff per Heber zum 30:28.

Vier Spiele gegen Reichenbachs Dritte, vier Niederlagen. Immer wieder scheitert die HSG an ihrer eigenen Abschlussschwäche und den eigenen Nerven. Die „Derbysieger, Derbysieger“-Rufe der Hausherren waren dabei alles andere als Balsam für die Ebersbacher Seele...

Es spielten:
Griffith; Becher, Dannenmann, T. Denzinger, Kisselmann, Engel, Kreidenweiß, Erben, L. Denzinger, Adelmann, Stahl, Kälberer, Stähle, Policano.