Spielbericht der Herren 2

Spiel vom 2018-09-22, 20:00

TSV Zizishausen 2 : HSG Ebersbach/Bünzwangen 2      30 : 26

10:0-Lauf des Gegners bringt die Entscheidung

Was soll man zu so einem Spiel auch sagen?
48 Minuten spielte die HSG guten und ansehnlichen Handball. Die Phase zwischen der zehnten und der 21. Minute nutzten die Hausherren aus Zizishausen jedoch zu einem 10:0-Lauf, der das Spiel schon früh entschied. So triumphierte das Offensivbollwerk des Gegners nach dem Pokalspiel vor zwei Wochen nun auch in der Liga.

Dabei begann man stark. Dem angeschlagenen Stähle oblag die Ehre des ersten Treffers des Spiels. Und auch das 4:4 und die Vorarbeit zu Policanos 4:5-Führungstreffer gingen auf sein Konto. Wilting war beim 5:6 nach exakt neun gespielten Minuten bereits zum zweiten Mal vom Punkt erfolgreich. Bis hierhin war alles in Ordnung, man spielte druckvoll nach vorne und blieb hinten aufmerksam. Sicherlich war der TSV Zizis auch etwas überrascht, dass Ebersbach nach der gezeigten Leistung im Pokal hier doch so stark dagegenhalten konnte.

Warum dann jedoch zwölf rabenschwarze Minuten folgten? Es dürfte an vielen Dingen gelegen haben. Zuvorderst sah man auf einmal stümperhafte Passversuche ins Niemandsland. Vertändelte man nicht den Ball, wurden die wenigen guten Wurfmöglichkeiten aber vergeben. Es fehlte zudem auch an Glück, Grünlers Würfe beispielsweise landeten drei Mal in Folge nur am Pfosten und dann in des Gegners Hand. Ferner nutze der TSV aber auch die nun mangelnde Absprache in der HSG-Defensive aus. Überhaupt zeigten sich die Schnaken in Halbzeit eins zum Leidwesen der HSG sehr sicher in der Chancenverwertung. Dem wurfgewaltigen Rückraum des Gegners - Brodbeck, Müller und Kelbassa kamen zusammen auf 21 Treffer - hatte man einfach zu wenig entgegenzusetzen. Bachleiter versuchte mit einer zwischenzeitlichen Auszeit und der Einwechslung von Altstar Oliver Stahl alles. Aber bei der HSG ging einfach gar nichts mehr und bei den Hausherren funktionierte alles...
So wurde aus einer 5:6-Führung ein unfassbarerer 15:6-Rückstand. Erst Riegl beendete die Flaute. In der 23. Minute war die Differenz beim 17:7 dann sogar zum ersten Mal zweistellig. Und so war es auch beim 21:11 zur Halbzeit.

Dass man es deutlich besser kann, bewies man in der ersten Phase des Spiels. Und auch in der letzten Saison drehte man gegen Zizis einen hohen Rückstand noch in einen Sieg. Genügend Motivation war also da, um in der zweiten Halbzeit auch wieder die eigene Spielstärke zeigen zu können.

Mit Anpfiff brachte man wieder Feuer in die Partie. Die technischen Fehler wurden minimiert und lautstarkes Arbeiten in der Abwehr verhalf nun auch Griffith zu zahlreichen wichtigen Paraden. Voran gingen Adelmann mit schnellen Beinen, Capitano Motz, der alle seine Treffer durch schöne Rückraumkanonen in der zweiten Hälfte erzielte, und der bärenstarke Stähle. Als dann Deuschle noch zwei Konter verwandelte, betrug der Rückstand in der 44. Minute beim 24:19 auf einmal nur noch fünf Tore. Gästecoach Zimmermann zückte die grüne Karte, um den Sturmlauf der HSG zu stoppen. Grüner traf zum 25:20, aber im Gegenzug wurde Wilting auf die Strafbank beordert. In diesen nun spielentscheidenden Minuten war Fortuna sicherlich keine Ebersbacherin. In nur einem Angriff sah sich die HSG gleich drei mal benachteiligt, als Stähle immer wieder über RL durch die Abwehr marschierte, immer wieder hart angegangen wurde und doch weder auf Strafwurf noch auf Zeitstrafe gegen die Gäste entschieden wurde.
Dies in Kombination mit zwei vergebenen Chancen sowie einer Zeitstrafe gegen Engel brachte die Hausherren kurzzeitig wieder zurück in die Spur. Bei noch fünf zu spielenden Minuten war man auf einmal wieder mit 29:22 hinten und die Entscheidung war spätestens hier gefallen. Nach Bachleitners letzten Auszeit betrieben aber Engel, Adelmann, Riegl und Wilting bis zum 30:26-Endstand noch etwas Ergebniskosmetik.

Sicherlich kann man das Ergebnis aufgrund der ersten Halbzeit als etwas schmeichelhaft bezeichnen, jedoch konnte man in vielen Phasen wirklich ansehnlichen Handball zeigen. An zwei Niederlagen zum Auftakt gegen Mannschaften, die am Ende der letzten Saison auf den Plätzen zwei und vier rangierten, ändert dies jedoch freilich nichts.

Am 6.10. hat man bei den starken Denkendorfern die Möglichkeit, eine konstantere Leistung an den Tag zu legen. Für das HSG-Punktekonto wäre ein Sieg durchaus nicht das Schlechteste.

Es spielten:
T. Griffith, O. Stahl; F. Policano (1), S. Wilting (5/2), J. Riegl (2), M. Kisselmann (1), C. Engel (1), F. Motz (4), O. Grüner (2), M. Adelmann (1), S. Deuschle (3), M. Stähle (6).