Spielbericht der Herren 2

Spiel vom 2018-11-10, 16:00

TSV Weilheim 2 : HSG Ebersbach/Bünzwangen 2      30 : 29

HSG nun Vorletzter

Weil man den Aufwärtstrend nicht fortsetzen konnte und beim dritten 4-Punkte-Spiel in Folge in der Defensive zu passiv blieb, findet man sich nun mit nur drei Punkten aus sechs Spielen auf dem vorletzten Platz der Kreisliga A wieder. In einem jederzeit engen Spiel hatte man am Ende mehrfach Chancen, wenigstens einen Punkt von der Limburg zu entführen, doch immer wieder stand man sich dabei selbst im Weg. Mit 30:29 siegten die Gastgeber knapp aber nicht unverdient und befördern die HSG damit endgültig in akute Abstiegsgefahr.

Rückkehrer Becher war der Mann der Anfangsminuten. Bis zum 5:5 in der zehnten Minute gelangen ihm drei Treffer und er war auch in der Abwehr einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass die HSG hier immer ein Tor vorlegen konnte. Allerdings zeigte auch er schon, wie die komplette Mannschaft, vereinzelt Schwächen im Abschluss. Bereits hier hätte man sich schon einen leichten Vorsprung erspielen können, wenn man eine ähnliche Trefferquote wie die Hausherren an den Tag gelegt hätte. Ausgerechnet in Überzahl musste man dann die erste Gästeführung beim 7:6 hinnehmen und es zeigte sich bereits hier, woran es Bachleitners Truppe an diesem Nachmittag auch immer wieder mangeln sollte: Zugriff in der Abwehr. Meist zog man nicht nur in 1:1-Situationen den Kürzeren, sondern auch gegen das erfolgreichste Mittel der Hausherren, die zweite Welle, agierte man über die kompletten 60 Minuten zu passiv. Zudem war man nicht imstande sich darauf einzustellen und zu verteidigen, dass beinahe jeder Ball des TSV-Rückraums im kurzen Eck einschlug. Vielleicht fehlten auch Wille und Durchsetzungskraft, sich über Zweikämpfe ins Spiel hineinzubeißen. Nur zwei gelbe Karten bei null Zeitstrafen sind Beleg für diesen Umstand.

Denzinger mit seiner ersten Ballberührung tanzte dann zwar gleich den Mittelblock des Gegners zum 9:9 aus, aber mit drei Treffern des TSV in Folge lief man alsbald dem höchsten Rückstand des Spiels hinterher (12:9, 21. Minute). Kisselmann und Wilting mit Treffern von den beiden Außenpositionen verhinderten aber Schlimmeres. Jedoch war es offensichtlich, dass es immer wieder dieselben Zweite-Welle-Aktionen der Weilheimer Bezirksklassen-Reserve sein sollten, gegen die man im Mittelblock ohnmächtig erstarrte. In den letzten Minuten der ersten Hälfte waren es zwei sehenswerte Konterpässe vom jungen Keeper Niklas Mejzlik in seinem ersten Aktivenspiel, welche Deuschle sicher verwandelte und die den knappen 15:14-Pausenrückstand nicht noch deutlicher werden ließen.

Auch die zweite Halbzeit blieb eine enge Kiste. Wilting prognostizierte, dass man nur dann eine Chance haben würde, wenn man die individuellen Fehler würde abstellen und im Abschluss konzentriert bleiben würde. Mit gutem Beispiel ging er alsbald voran und markierte durch einen Strafwurf den Ausgleich. Endlich fasste sich auch Erben ein Herz und schraubte sich mit Riesenschritten zum 16:16. Keine 60 Sekunden später war es dann wieder Wilting, der zwar zuerst die Führung markierte, kurz darauf aber vom Punkt scheiterte. Zwischendurch war es immer wieder Weilheims Jakob Klein aus der zweiten Welle, der mit dem kurzen Eck Ebersbachs Achillesferse ausgemacht hatte. Und weil die HSG dann auch im nächsten Strafwurf erfolglos blieb, stellten die Gastgeber wieder auf zwei Tore beim 21:19 (42. Minute). Capitano Motz in seiner besten Phase glich im Alleingang aus, aber Weilheim ließ sich nicht von der Spur abbringen und zog wieder auf 23:21 weg. Im Gegensatz zu den Filsbuben spielte der TSV einfach frischer. Die HSG musste sich jedes Tor hart erarbeiten, während auf der anderen Seite die neue Leichtigkeit entdeckt worden war. Es war zum Mäusemelken. Während man Ballgewinne hüben in Weilheim mit Toren quittierte, waren es drüben in Ebersbach immer wieder technische Fehler und individuelle Unzulänglichkeiten, die ein Raunen durch die Bank gehen ließen. Dass man trotz der hohen Fehlerquote aber immer dranbleiben konnte, zeigt, wie viel an diesem Tag möglich gewesen wäre. Zehn Minuten lang hielten die Aufsteiger von der Teck so den Vorsprung bei zwei Treffern, ehe sich Deuschle anschickte, zum entscheidenden Faktor der Crunchtime zu werden. Mit zwei Treffern in Folge glich er beim 28:28 drei Minuten vor dem Ende aus. Beim dritten Abschluss in Folge fand er jedoch in Weilheims Schlussmann Sigel seinen Meister. Er stecke aber nicht auf, sondern machte seinen Fehler mit einem wichtigen Ballgewinn in der Abwehr, den Kisselmann per Kontor zum 29:29 verwandelte, wieder gut. Bei noch 100 zu spielenden Sekunden war es der erste Ball der Gäste, der ins lange Eck geworfen wurde, der die Entscheidung bringen sollte. Nach Bachleitners Auszeit blieben der HSG noch 40 Sekunden zum Ausgleich. Wieder musste man hart für einen Abschluss arbeiten. Wieder scheiterte man an einem individuellen Fehler. Wieder steht man am Ende mit leeren Händen da.

Den Kopf in den Sand zu stecken wäre aber jetzt fatal und die völlig falsche Reaktion. Denn nun hat man gegen Wernau im vierten wichtigen Spiel in Folge keine Optionen mehr und darf nicht wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren. Auch wenn die HSG ein Spiel weniger als alle anderen Mannschaften der KL-A hat, gibt es nur eine Devise für Sonntag (15 Uhr am Raichberg): Es muss gewonnen werden.

Es spielten:
Griffith, Mejzlik; Policano, Mauch, Wilting (5/2), Kisselmann (3), Engel, Becher (4), Motz (2/1), Erben (3), Denzinger (2), Adelmann (4), Deuschle (4), Stähle (2).