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Aller Anfang ist schwer...

vor 10 Minuten
3 Min. Lesezeit

So, da sind wir wieder: Die neue Bezirksoberligasaison startete am Samstag mit einem richtigen Kracher. Mit dem TSV Deizisau kam ein bekannter und gefährlicher Gegner an den Raichberg. Über 60 Minuten waren daher höchste Aufmerksamkeit und Konsequenz gefragt. Neben einem auf beiden Seiten fehlerbehafteten Spiel konnte sich in der ersten Hälfte niemand entscheidend absetzen, in der zweiten Halbzeit fiel man auch oft genug dem eigenen Fehlerteufel zum Opfer. Doch ganz wie so oft rappelten sich die HSG-Mädels nochmal entscheidend auf und konnten so den ersten Saisonsieg verbuchen.


Am liebsten würde man doch vor jedem Spiel in die Glaskugel schauen und wissen, was man tun muss, um im Falle der HSG-Mädels weniger Bluthochdruck und 160er-Puls zu verursachen. Aber das würde auch den Spaß am Spiel verderben, oder? Scheint fast so, denn nicht umsonst mussten die Zuschauer:innen fast zehn Minuten auf das erste HSG-Tor warten. In den vorherigen 9 Minuten und 16 Sekunden ist nämlich nicht wenig passiert: Sabrina Baumann parierte einen Siebenmeter (und auch sonst eigentlich alles) und die Abwehr ackerte ordentlich. Der Angriff bremste sich dagegen leider oft selbst aus. Das eigentliche Laufspiel wurde immer wieder durch, na ja, eben nicht laufen unterbrochen und man tat sich sehr schwer, überhaupt ins Spiel zu finden. Anna Karpischek brachte dann endlich die Erlösung und Neuzugang Lena Gratz schloss direkt mit einem rotzfrechen Treffer von Linksaußen ab. Der Bann schien gebrochen und auch Laura Principe, an diesem Abend mit neun Toren beste Werferin der HSG, zog zu ihrem ersten Treffer nach. Es geht doch: Knapp zehn Minuten kein Tor werfen und dann in weniger als zwei Minuten drei Tore. Von Balance war hier auch nie die Rede. Prompt konnte Laura Principe die HSG in Führung werfen und Deizisau konnte nur per Nachwurf des Siebenmeters ausgleichen. In früheren Saisons hätte man vermutlich schon davor die grüne Time-out-Karte gelegt, doch das Trainerduo Krapf und Demark hatte volles Vertrauen in die Aufstellung. Langsam, aber stetig fand man besser ins Spiel und der Ball lief. Ob Laura Principe oder Mona Schiffner - die HSG-Mädels waren schnell unterwegs und konnten immer wieder einfache Tore erzielen. Auch wenn es gegen Ende der ersten Halbzeit durch eine doppelte Unterzahl nochmal nervenaufreibend spannend wurde, konnte man mit einer Führung die Seiten wechseln.


In der HSG-Kabine erlebt man doch immer ein Déjà-vu: Erstmal ankommen, durchatmen, kleine taktische Dinge besprechen und natürlich die Torhüterin loben, die aber draußen auf der Bank geblieben ist. Was man auch immer hört: „Nur wer in der 59. Minute wirklich den Sieg will …“ Ach, war Handball noch einfach, als man „nur“ 58 Minuten mitgespielt hat?

Es hilft also alles nichts: Die HSG-Mädels mussten mindestens genauso aus der Halbzeitpause zurückkommen, wenn nicht noch zwei, drei Stufen hochschalten. Gesagt, getan: Die ersten drei Tore der zweiten 30 Minuten blieben der HSG vorbehalten. Allen voran Anna Karpischek und Laura Principe, die mit unglaublicher Kämpfernatur Angriff und Abwehr bestritten. Nach knapp zehn Minuten seit Wiederanpfiff konnte man sich erstmals bedeutend mit sechs Toren absetzen, ein Puffer, den nur die HSG-Mädels nochmal schnell schmelzen lassen können wie der Klimawandel die Polkappen.

Einmal in der Abwehr blöd hingefasst, hatte Anna Karpischek auch schon eine Verschnaufpause. Doch abermals parierte Sabrina Baumann den Siebenmeter (insgesamt sieben (!!!) an diesem Abend) und verdarb damit den Deizisauerinnen erneut die Hoffnung vom Punkt. Leider, oder gerade weil die HSG-Mädels unperfekten Handball spielen, kamen die Gegnerinnen aus Deizisau nochmal ran. Pünktlich zur Crunchtime verkürzten die Gäste auf zwei Tore und holten zusätzlich eine Zeitstrafe heraus. „Spielt denselben Song nochmal“: Sabrina Baumann parierte auch diesen Siebenmeter und Anna Karpischek war der Schlusswurf vorbehalten. Sie traf zum 24:21-Endstand.


Chapeau vor dieser Mannschaftsleistung: Alle Spielerinnen haben an einem Strang gezogen und in Angriff und Abwehr alles für die ersten Saisonpunkte riskiert. Diese Mannschaft hat einen guten Charakter, auch wenn es manchmal noch an Selbstvertrauen mangelt. Aber mit der Zeit wird sich auch das geben, denn auf Teamgeist ist noch immer Verlass.


Es spielten: P. Müller, S. Baumann; S. Babschanik, L. Gratz (2), M. Schiffner (4), L. Principe (9), L. Mach, A. Karpischek (8/3), A. Faltin, L. Stoll, N. Häderle (1), A. Blum.

HSG Ebersbach-Bünzwangen

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