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Auf der Suche nach dem Stein der Weisen

vor 5 Stunden
3 Min. Lesezeit

Mühsam ernährt sich nicht nur das Eichhörnchen, sondern auch die HSG. Nach einer schwierigen ersten Halbzeit, einer rasanten Aufholjagd und einer ernüchternden Schlussphase steht man am Ende in der eigenen Halle ohne Punkte da. Dazu kommen drei Verletzungen, deren volles Ausmaß sich wohl erst im Laufe der Woche zeigen wird. Was bleibt also nach so einem Spiel? Und woran kann man sich festhalten, wenn die Suche nach den richtigen Lösungen mal wieder schwieriger ist als gedacht? Vielleicht hilft ja ein bisschen Alchemie.


Die Premiere in den neuen Trikots hätte für die HSG-Mädels kaum schlechter starten können. Im Angriff zu statisch und in der Abwehr noch nicht ausreichend abgestimmt, kassierte man direkt die ersten beiden Tore der Gäste aus der Spielgemeinschaft Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf (WiWiDo). Erst Anna Karpischek brachte nach fünf gespielten Minuten den Ball im gegnerischen Tor unter. Insgesamt tat man sich mit der großgewachsenen Torhüterin der Gäste schwer und scheiterte immer wieder an ihrem Bewegungsradius. Nach knapp elf Minuten musste Trainer Kevin Krapf seine verkopften HSG-Mädels zum Gespräch bitten. Ein eigenes Tor und fünf Gegentreffer sind zwar noch kein Weltuntergang, im Kopf der einen oder anderen aber offenbar schon ein kleiner Vorbote. Dabei braucht es für mehr Bewegung im Angriff und vor allem konsequentes Stoßen kein Hexenwerk. Mit der frisch eingewechselten Anni Schuster kam genau das ins Ebersbacher Angriffsspiel und prompt konnte man den nächsten Treffer erzielen. Auch Sabrina Baumann ackerte im Tor und parierte den ersten von insgesamt sechs Siebenmetern. Trotz eigener Unterzahl (oder gerade deshalb) traf Anna Karpischek direkt doppelt und brachte die HSG-Mädels auf 4:7 heran. Zu lange ließ man anschließend im Angriff den Kopf hängen und vergab Chance um Chance. WiWiDo nutzte diese Schwächephase konsequent und baute den Vorsprung auf 5:11 aus. Schließlich war es Sina Babschanik, die zum Schlusspunkt der ersten Halbzeit bei 6:11 einnetzte.


Was gibt man einer Mannschaft nach so einer Halbzeit mit? Die Klassiker: den Kopf nicht in den Sand stecken, klare Anweisungen befolgen und vor allem wieder ein bisschen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten finden. Und siehe da: Die HSG-Mädels kamen wie verwandelt aus der Kabine. Eine griffige und agile Abwehr gewann immer mehr Bälle und im Angriff fand man endlich den nötigen Zug zum Tor. Der eine oder andere schnelle Konter von Mona Schiffner half selbstverständlich auch dabei. Leider haderte man zunehmend mit den Entscheidungen des Unparteiischen und drei Zeitstrafen innerhalb von sechs Minuten machten weder Angriff noch Abwehr einfacher. Doch pünktlich zum Beginn der letzten 20 Minuten konnten die HSG-Mädels auf 13:14 verkürzen. Ein hartes Stück Arbeit, das Hoffnung machte! Hätte man nun den Ausgleich oder gar die Führung erzielt, wäre man sicherlich mit etwas Zählbarem aus der Partie gegangen. Von außen betrachtet war diese Aufstellung auch die stärkste des gesamten Spiels. Umso schwerer nachvollziehbar war die anschließende Unruhe, die den Spielfluss störte und für neue Abstimmungsprobleme in Angriff und Abwehr sorgte.


Die Gäste nutzten diese Phase der Unsicherheit und erhöhten ihren Vorsprung wieder auf fünf Tore. Auch die Auslegung der Schrittregel sorgte auf Ebersbacher Seite wiederholt für Unverständnis. Doch die HSG-Mädels ließen sich nicht vollständig abschütteln: Christina Hees, Ebersbachs Botschafterin in Heidelberg und jüngst in Nicaragua, hatte ihre Siebenmeilenstiefel geschnürt und marschierte zum 14:18. Was danach folgte, hätte man sich allerdings gerne erspart: Anna Karpischek wurde im Angriff grob gefoult und durch einen Schlag in den Nacken zu Boden gebracht. Fünf Minuten voller Sorge und Ungewissheit vergingen, bis sie wieder ansprechbar war. Trotz der heftigen Szene und der lautstarken Proteste blieb eine entsprechende Bestrafung aus. Eine Situation, die nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich nachdenklich stimmte. Obwohl noch knapp 15 Minuten zu spielen waren, ließ sich das Momentum danach nicht mehr entscheidend drehen. Die Treffer von Anni Schuster, Sina Babschanik und Louisa Mach konnten den Rückstand zwar noch verkürzen, am Ende reichte es jedoch nicht mehr, um die Partie zu drehen.


Nun gilt es, neben der Genesung der Spielerinnen auch wieder nach dem eigenen Stein der Weisen zu suchen. Der Legende nach kann dieser aus allen Stoffen etwas Kostbares machen. Und wer weiß, vielleicht hat ja auch Harry Potter recht und ein Stein allein kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Bis der Stein der Weisen gefunden ist, wird wohl noch ein wenig experimentiert werden müssen. Aber auch Alchemie war schließlich kein Tagesgeschäft.


Es spielten: S. Baumann, P. Müller; M. Schiffner (2), S. Babschanik (4), C. Hees (1), L. Principe, L. Mach (1), A. Karpischek (5), A. Faltin (2/2), L. Stoll, A. Eisele, N. Häderle, A. Schuster (4), A. Blum.

HSG Ebersbach-Bünzwangen

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