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Bromance ohne Happy End

Es fehlte nicht viel und die Zweite hätte Zählbares aus Nürtingen mit nach Hause gebracht. Ausschlaggebend für die Niederlage sollte eine Schwächephase nach der Halbzeit sein, welche die TGN mit einem 8:3-Lauf gnadenlos ausnutzte. Dennoch zeigt die Leistungskurve weiter nach oben. Nachdem man gegen die Bezirksklasse-Reserve aus Nürtingen im Hinspiel noch deutlich unterlegen war, hielt man nun die Partie über 60 Minuten offen, auch wenn man sich am Ende mit 32:30 dann doch denkbar knapp geschlagen geben musste.   

 

Schon von Beginn an konnte man ein enges Spiel bestaunen. Nürtingen legte vor, die HSG glich aus. Dass Thierwald einen Sahne-Tag erwischte (insgesamt zehn Tore), zeigte er von Beginn an. Bis zum 3:3 traf er zweimal aus dem Rückraum und beim 5:4 legte er Mauch auf RA auf. Eine etwas überraschende Zeitstrafe für Reimann konnte das Heimteam dann aber mit einem 3:1-Lauf ausnutzen und so lag man zum ersten Mal mit drei Treffern (8:5, 10. Minute) hinten. Am Kreis becherte Becher aber vorne wie hinten und traf nach Pass von Reimann erst zum 8:6 und packte dann hinten in der Abwehr zu, wodurch Thierwald den Anschluss wieder herstellen konnte. Das Zwischenhoch wurde daraufhin jedoch durch eine weitere Zeitstrafe - Riegl wurde auf dem falschen Fuß erwischt - unterbunden. Schon lag man wieder zwei Tore hinten. Aber nun drehten Martin und Kissling auf. Während Martin vorne zwei Abpraller snackte, ackerte Kissling hinten wie verrückt, um sich dann im folgenden Angriff wunderschön zum 12:10 selbst zu belohnen. Weil sich im HSG-Tor nun auch Weissinger mit einigen Paraden ins Spielgeschehen einschaltete, sah sich Nürtingen zur Auszeit gezwungen. Im Kontrast dazu antwortete die HSG ihrerseits mit ihrer besten Phase des Spiels. So schlugen die nächsten zwei Thierwald-Raketen ein und Kissling bediente Rohse im Bilderbuch-Konter. Sechs Minuten vor der Halbzeit war der Ausgleich hergestellt, aber die HSG hatte noch nicht genug. In Überzahl verwandelte Riegl den einzigen der HSG an diesem Abend zugesprochenen Strafwurf zum 14:14. 120 Sekunden später spazierte Reimann auf RR zum 15:15, Rohse traf zum 16:16 und Thierwald erstritt noch vor der Pause die nicht unverdiente Führung zum 16:17.

 

Der durchaus schmackhafte Tee zur Pause trieb Becher zwar noch zum 16:18 (32. Minute) an, aber dann folgte die Schwächephase der Zweiten, welche durch eine Zeitstrafe gegen By Chan eingeläutet wurde. Dass dieser gegen einen Gegenspieler mit dreifachem Körpergewicht und knapp doppelter Körpergröße auf die Strafbank beordert werden konnte, verursachte bei beiden Teams Fragezeichen über den Köpfen. Die Abstimmung in der Defensive gelang jetzt nicht mehr so gut wie in den Minuten davor und im Angriff fehlte auch etwas die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. So musste man einem 8:3-Lauf der TGN zulassen und anstatt in der Offensive wieder mit Beinarbeit gegenzuhalten, haderte man lieber mit den Entscheidungen des Unparteiischen. In der 41. Minute sah man sich beim 24:20 zum ersten Mal mit vier Toren im Hintertreffen. Die beiden treffsichersten auf HSG-Seite, Thierwald und Becher, sorgten im Alleingang aber wieder für Hoffnung, als es drei Minuten später wieder 24:23 hieß. Auch Schweiger hatte mit seinen Aktionen in der Abwehr großen Anteil daran, dass die Zweite wieder rankam. Die Aufholjagd kostete allerdings viel Kraft. Mehrfach hatte die Zweite nun die erneute Chance auf den Ausgleich, aber immer wieder scheiterte man auch an sich selbst. 25:24 (48. Minute), 26:25 (50. Minute) 27:26 (52. Minute). Es ging enger zu als bei jeder Promi-Bromance. Und gerade hier hatte das Heimteam das Quäntchen Glück mehr auf seiner Seite. Weissinger hatte bei vier Bällen in Folge die Finger dran und wurde doch überwunden. Rohse scheiterte im Konter. Martin traf nach Kempa-Zuspiel von Kissling ebenso wie By Chan nach zwei wunderschönen Einzelaktionen nur den Pfosten. Nürtingen bedankte sich artig, zog auf 30:26 davon und ließ das Spiel bis zum 32:30-Endstand genüsslich ausplätschern.

 

Eng. Enger. Bromance ohne Happy End für die HSG.


Es spielten:

Weissinger, Griffith;

Mauch (1), By Chan, Reimann (1), Thierwald (10), Rohse (3), Conrad, Reck, Kissling (2), Riegl (2/1), Becher (8), Schweiger, Martin (3).

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