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Haudegen schlagen Kämpferherz

10Min.
3 Min. Lesezeit

M-BK-1-NA

HT Uhingen-Holzhausen 2 - HSG 2 30:25 (15:13)



Gegen das HT in deren Heimstätte sehen die Raichbergritter einfach immer schlecht aus. Seit über zehn Jahren wartet man darauf, dass die Zweite etwas Zählbares aus der Haldenberghalle mitbringt. So war man auch 2026 wieder über weite Strecken chancenlos. Allerdings bewies man durchaus Kämpfermentalität und gab sich nach einem hohen Rückstand gleich zu Beginn noch lange nicht geschlagen.

 

Die jüngsten Ritter sollten im Derby den Gegner von Beginn an überraschen, übertölpeln, überrennen – so die Strategie. Aber diese zerschellte an der eisernen Uhinger Abwehr wie ein Zahnstocher. Während man sich im Angriff selbst in Überzahl zumeist nicht einmal die Chance auf einen Abschluss gegen die massive 6:0-Abwehr erspielen konnte, marschierte der gegnerische Spieler-Trainer Hänel wie Butter durch die Abwehr der HSG. Nach bereits fünf gespielten Minuten lag man mit 1:5 hinten und Hänel war hier bereits viermal erfolgreich. Zwei weitere Ballverluste bedeuten zwei punktgenaue Harpunen auf Uhingens Carle und es stand 1:7.

Das saß. Reimann war zur Auszeit gezwungen. Aber diese konnte die bärenstarke Anfangsphase der Gastgeber nicht stoppen. Die Hallenuhr zeugte von gerade einmal 19 gespielten Minuten, als die Führung des HT beim 4:12 bereits acht Tore betrug. Man hätte meinen können, man würde die Partie ähnlich abschenken wie die beiden Jahre zuvor.

Doch dieses Mal gaben die Ritter nicht auf. Angeführt von Labude und Seipel blies die HSG zur Aufholjagd. Ein formidabler 5:1-Lauf der Ritter und das verdutzte Heimteam musste ebenfalls mit einer Auszeit einlenken (9:13, 25. Minute). Aber auch diese zeigte keine Wirkung. Die HSG roch Lunte. Haidle vom Kreis und Riegl von der Linie ließen die Bank jubeln und spätestens als Seipel mit einem Schlagwurf á la bonne heure seine Farben mit dem 13:15 wieder auf Tuchfühlung brachte, glaubte man wieder an sich. Uhingen wurde jedoch durch die Sirene gerettet.

 

Nach der Pause gelang By Chan das 14:15. „Jetzt!“, dachte man, „jetzt!“. Aber das dachte sich das HT vermutlich auch... Denn Uhingen bleib ruhig und ließ sich nicht übertölpeln. Auch wenn der Gegner mit ebenfalls viel jungem Blut auf der Platte agierte, es waren deren Haudegen, welche die wichtigen Treffer setzten, gar setzen mussten. Regent am Kreis markierte seinen vierten Treffer (17:20, 38. Minute), bevor Hänel eine gute Viertelstunde vor dem Ende mit drei weiteren Kraftakten in Folge für eine Vorentscheidung sorgte.

 

Es war gleichwohl bei weitem nicht so, als wäre Uhingen nun das bessere Team gewesen. Aber es war das abgezocktere, behielt auch bei schwierigen Abschlüssen einen kühleren Kopf, ließ sich unter den Augen des Unparteiischen enorm viel Zeit im Angriff und hatte bei insgesamt vier Lattentreffern von Becher und Mauch das entscheidende Quäntchen mehr Glück. Uhingen durfte erstaunliche 123 Sekunden in einem Angriff verbringen, ohne dass die Abwehr-Arbeit der HSG mit Zeitspiel belohnt worden wäre und so traf zu allem Überfluss auch Karpischek für sein neues Team genau in dieser Phase zum ersten Mal (19:25, 46. Minute - natürlich trotzdem Glückwunsch an ihn an dieser Stelle).

Dagegen konnte auch Nachwuchsritter Freiherr Follmer - der furchtlos fischte, was ging, fehlerlos faustete, was auf sein Tor kam und so viele Würfe des Gegners fressen konnte, wie er wollte – nichts ausrichten. Uhingen hielt den Abstand bis zum Ende auf vier, fünf Tore (zum Glück aber nicht auf 6, 7).

 

Am Ende sollten es aber doch nochmal die Jungritter sein, die mit Einzelaktion aufhorchen ließen. Zum einen wäre da Hummel mit der Aktion des Spiels. Dieser scheiterte zwar zuerst bei seinem Wurf von RA und der Abpraller war schon Beute der Abwehr. Gedankenschnell hechtete er aber dem Ball hinterher, erstritt ihn mit großem Kampf und konnte dann nur noch auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden. Ritterherz, was willst du mehr!?

Und dann erwies sich Unterkircher erneut als Ritter der Schlusssirene und steuerte binnen 26 Sekunden in der letzten Minute zwei Treffer von LA bei.

 

Auch wenn dies alles nichts an der 25:30-Niederlage zu ändern vermochte, vorzuwerfen hat man sich in diesem Derby wenig!

 

Für das nächste Spiel gegen die TG Geislingen 2 kommenden Samstag, 7.11.2026, in deren Michelberghalle hat man jedenfalls einen gut gefüllten Rucksack an Erkenntnissen gewonnen.

 

Raichbergritter:

Im Tor: Freiherr Follmer, Griffith

Im Feld: Riegl (5/3), Haidle (2), E-Mail-Stahl (1), Labude (3), Rohse (1), By Chan (3), Unterkircher (2), Becher (1), Conrad (1), Reck (2), Seipel (3), Hummel, Mauch (1), Heer

 

Offizielle: L. Stahl, Reimann

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