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HSG mit Punkteteilung im Staufenderby

Durch ein letztlich leistungsgerechtes 28:28 (13:9) -Remis im Derby bei Jahn Göppingen hat die HSG Ebersbach/Bünzwangen die Tabellenführung in der Landesliga zurückerobert. Die Leistungsdichte in dieser Liga zeigt sich an jedem Wochenende mit den engen und immer wieder überraschenden Ergebnissen. Es war am Freitagabend in der EWS-Arena sicherlich nicht das spielerisch hohe anspruchsvolle Handballspiel, es war ein Handballspiel vom Kampf geprägt, dies der Hölle Süd aber gerecht wurde. In der zweiten Halbzeit haben die Jungs vom Trainergespann Thomas Burger/Pascal Rau um jeden Zentimeter gekämpft. Mit dieser Einstellung gelang es der Mannschaft die Begegnung nach dem schwachen ersten Durchgang noch fast komplett zu drehen. Den ersten Torerfolg verzeichnete die HSG in der 10. Minute und nach 18 Minuten erschienen auf der Anzeigetafel erst zwei Tore. Das sagt eigentlich schon alles über die erste Halbzeit aus. Somit war nur noch Schadensbegrenzung bis zum Halbzeitpfiff angesagt. Es waren dann auch nur vier Tore, die das Team zurücklag. Im zweiten Durchgang hat sich die Mannschaft mit allem gewehrt, was ihr zur Verfügung stand. Hier zeigte sich wieder die Qualität, die in der Mannschaft steckt und sie auszeichnet. Überragend wieder der Zuschauerzuspruch, den die HSG erfährt. Dieser machte die Halle zu einem Heimspiel.

Die HSG fand erneut wie letzte Woche schlecht in die Partie mit zu vielen leichtfertigen Fehler in der Offensive. Nach 9 Minuten lag sie mit 0:5 zurück und Trainer Thomas Burger sah sich schon früh gezwungen, zur grünen Karte zu greifen. Kapitän Florian Seidel markierte den ersten HSG-Treffer. Doch Sicherheit kam trotzdem nicht ins Spiel. Fehlwürfe und technische Fehler reihten sich aneinander, so dass die Gäste in der 18. Minute mit 2:9 zurücklag. Jahn konnte sich dabei immer wieder auf ihre treffsicheren Tarkan Girgin und Marc Hafner verlassen. Allmählich fand die HSG zunehmend besser ins Spiel und agierte vor allem im Abschluss konsequenter, so dass sie in den Minuten bis zur Pausensirene den Rückstand auf drei oder vier Tore verkürzen konnte. Florian Roos stellte dann mit 9:13 den Halbzeitstand her.

Nach Wiederbeginn änderte sich bis zur 41. Minute im Vergleich zum Spielbeginn nicht viel. Die Abwehr – sonst das Prunkstück der Mannschaft – stand nicht so sicher und war ohne Zugriff. Jahn baute den Vorsprung wieder auf sechs Tore beim 18:12 aus. In dieser Phase kamen noch zwei vergebene Strafwürfe sowie seltsame Schiedsrichterentscheidungen gegen die HSG hinzu. Doch die Mannschaft bewies Moral, packte nun ihr Kämpferherz aus und war beim 17:19 (45.) wieder in Schlagdistanz. Tobias Buchele, Moritz Kälberer, zweimal Niklas Krell und Timo Wieland sorgten für den Anschluss und Stimmung auf der Tribüne. Die Schlussviertelstunde glich dann einem Krimi am Freitagabend. Jahn zog wieder auf vier Tore beim 18:22 (50.) weg, da die Unparteiischen erneut die HSG mit zweifelhaften Zeitstrafen belegten. Moritz Schwind und Marvin Kälberer ließen sich nicht beirren und trafen zum 22.24. Dann netzte Niklas Krell zum 23.24 ein und die Halle stand Kopf. In der Crunch-Time traf die HSG erneut eine Zeitstrafe. Die Gastgeber profitierten hiervon und die HSG musste das 25:27 (57.) schlucken. Torhüter Mathias Spahlinger, der schon in den ersten 30 Minuten noch größeren Schaden verhinderte, hielt nun mit zwei Paraden seine Mannschaft im Spiel. Moritz Schwind verwandelte zweimal nervenstark vom Siebenmeterpunkt zum nicht mehr für möglich gehaltenen 27:27 Ausgleich (58.). Die Halle bebte, als die HSG-Abwehr den Ball eroberte und Moritz Kälberer im Gegenstoß 33 Sekunden vor dem Ende zur 28.27 Führung traf. Was sich in den restlichen Sekunden abspielte, das zeichnet eben unseren Handballsport aus. 13 Sekunden vor dem Ende Ballbesitz HSG – Auszeit HSG – Zeitspiel wird angezeigt – dubioser technischer Fehler wird gepfiffen – Auszeit Jahn noch vier Sekunden – verdeckter Wurf unten herum – Ausgleich – Schlusssirene. Mit etwas mehr Spielglück wäre sogar noch ein Sieg möglich gewesen, doch wenn man die zwei Halbzeiten betrachtet, war das Unentschieden das gerechte Ergebnis. Trainer Thomas Burger sprach anschließend von einem wilden und verrückten Handballspiel, gerade in der letzten Schlussminute. Er lobte seine Mannschaft, weil der Glaube an ein positives Ergebnis in der 2. Halbzeit immer da war und sie kämpferisch alles gegeben hat. Dies war nicht einfach gegen die die körperlich starken Gastgeber. Lohn hierfür ist die Rückkehr auf Platz 1 der Landesliga.

Es spielten: M. Spahlinger, T. Seidel; N. Krell (4), Marvin Kälberer (3), F. Seidel (1), M. Karpischek, N. Kreidenweiß, M. Schwind (6/2), L. Haidle, F. Roos (1), Moritz Kälberer (3), T. Buchele (1), L. Taxis (1), T. Wieland (8/4).

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