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In Geislingen schießt man den Vogel ab

14Std.
4 Min. Lesezeit

08.11.2026

M-BK-1-NA


TG Geislingen 2 - HSG 2

27:32 (10:10)

 

„Trainer, ich kann da nicht.“ „Ich auch nicht.“ „Same.“ „Bin da leider auf ´ner Messe.“ „Ich fehle auch.“ „Ich sag au des.“ ... und zack fehlen den Ritten bei ihrem Ausritt nach Geislingen mit Riegl, Labude, Rohse, Hummel, Heer und Conrad sechs etablierte Stammkräfte. Aber während Sprudel-Kenner Württemberger trinken, akquirieren Handball-Kenner den Klenner. Und reaktivieren dazu noch den Martin und gönnen es sich, den Raichbergritter des Uhingen-Spiels durch Häderle zu ersetzen. So ritt man dann gen Osten.

 

Und dann traf man sich um 12.30 Uhr vor der Halle in Geislingen. Halle war aber zu. Dafür lag ´ne tote Taube davor. Schade für uns und für sie.

 

Dann wurde die Halle aufgeschlossen, die Hälfte der Lichter war aus, Temperaturen dafür aber nahe des Gefrierpunktes. Irgendwie alles zwischen widerlich und Mittelstrahl.

 

Beim Anpfiff war man dann aber fast schon wieder aufgetaut und holte sich nach vier Zeigerumdrehungen durch einen Heber von RA mit ganz viel Schnee die 1:2-Führung.

In der Abwehr trotz ungewohnter Konstellation ackerte man wie gegen Uhingen und zwang das Heimteam immer wieder in äußerst träge Angriffe. Mit Zeitspiel wurde man aber auch dieses Mal nicht belohnt. Irgendwann wurde man dann jedoch ungeduldig und irgendwann nutzte die TG dann ihre Chance. Gleichzeitig schloss man im Angriff aber zu häufig überhastet ab und belohnte sich viel zu selten für die grandiose Defensivarbeit. Geislingens Kanonier vom Dienst, Felix Eberle, steuerte die bis zur neunten Minute zwei seiner insgesamt 14 Treffer bei und brachte die HSG so in Rückstand. Durch Reck, Seipel und Kälberer nach Griffith-Parade gelang den Rittern aber ein Drei-Tore-Lauf zur 4:6-Führung (15. Minute). Es bot sich eine zähe Partie in der eisigen Michelberghalle. Den Rittern gelang es einfach nicht, die Feldüberlegenheit auch auf der Anzeigetafel zu zementieren. Geislingen glich erneut aus und bei der HSG wurde obendrein Martin mit einer Zeitstrafe bedacht. Gerade war man wieder vollzählig, da erhielt Seipel eine unfreiwillige Verschnaufpause durch den Unparteiischen. Die Abwehr arbeitete jedoch weiterhin gewissenhaft und auch Griffith meldete seine Tentakel im Spielgeschehen an. Reimann schenkte nun Ex-Spitzmaus Klenner das Vertrauen und dieser zeigte gleich sein ganzes Können. Mit drei Treffern binnen fünf Minuten organisierte er ein 7:9 (24. Minute), welches Seipel kurz darauf per deliziösem Schlagwurf (mach´ gern so weiter Junge!) zum 8:10 bestätigte. Geislingen beantragte eine Auszeit. Einzig um die Spannung im Spiel zu halten, gestattete man dem Heimteam den 10:10-Ausgleich bis zur Halbzeit. Es kann keine andere Begründung dafür geben, warum man der TG sonst das schmeichelhafte Unentschieden nach 30 Minuten hätte gönnen sollen.

 

Die zweite Hälfte sollte jedoch ein gänzlich anderes Schauspiel bieten mit einem deutlich erhöhten Tempo und nahezu doppelt so viele Toren. Seipel und Klenner organisierten nach Ballgewinnen wieder den alten Zwei-Tore-Vorsprung. Kälberer und By Chan stellten ihr Tempo unter Beweis, bis Becher beim 12:14 (35. Minute) seine erfolgreiche Bewerbung für eine Zeitstrafe beim Unparteiischen einreichte. Offenkundig falsch frankiert sendete er seine Bewerbung allerdings nach nur 80 Sekunden ein weiteres Mal ab. Junge, Becher, das darf dir nicht passieren: erneute 2´ Straf-Porto.

Aber die Ritter bewiesen erneut Tugend und überstanden diese kritische Phase mit 2:2 Toren unbeschadet. Martin, mit einem Schlagwurf als wäre er Seipel, und Reck hielten die Ritter mit 16:18 (39. Minute) auf dem high ground. Aber irgendwie wollte sich die heimische TG nicht abschütteln lassen, immer wieder wurden Unkonzentriertheiten und überhastete Abschlüsse bestraft. Mittlerweile machte Griffith Jungfuchs Häderle im Tor Platz, aber auch der musste immer wieder schimmlige Abpraller und sonstige Steinschleudern verkraften. Hiernach war es nur eine Frage der Zeit, bis Geislingens Eberle mit seinem bereits elften Treffer den 19:19-Ausgleich (43. Minute) erzielte. Auch eine Minute später beim 20:20 stand es noch pari. Gleichwohl nahm man doch aus der Partie in Uhingen einen dicken Rucksack an Erkenntnissen mit. Eine Erkenntnis davon war nämlich die, dass in solchen Phasen die alten Haudegen Akzente setzen sollen. Also setzen die Haudegen die Akzente. Und so netzten Mauch, Martin und Klenner drei Treffer in Folge für die Ritter. Davon erholten sich die jungen Geislinger nicht mehr, auch wenn das Spiel noch nicht in Gänze entschieden war. Moritz Kälberer (der einzige wahre M.K.) blieb tugendhaft von der Siebenmeterlinie und als Schiffer sieben Minuten vor dem Ende sein erstes Aktiventor aber sowas von punktgenau zum 23:26 in den Winkel schweißte, als wäre er seit Jahren der königliche Hofschmied persönlich, durfte man endgültig an sich glauben. Klenner telefonierte E-Mail Stahl zum 23:27 extrem heiße Ware an den Kreis und Geislingen wurde sechs Minuten vor dem Ende zur Auszeit gezwungen. Natürlich meldete sich Geislingens Eberle noch weiterhin zum Lanzenstechen an, aber das Aufbäumen kam zu spät und sollte nichts mehr ändern. Raichbergritter-Logo schlägt Pokeball-Logo. Kälberer netzte (ebenso finanzkräftig wie) nervenstark zum 26:30 vom Punkt und Reck und Schiffer steuerten weitere Konter zur zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Führung bei. Lasst den Eberle doch sein 14. TGG-Tor machen, am Ende siegen die Ritter doch in Elsas Schneepalast mit 27:32.

 

So trotzen die Raichbergritter der widrigen Umstände in der Fremde. Jubel. Jubel!

Tragt diese frohe Kunde in alle Länder. Spielt Lieder auf euren Schalmeien! Ehrt Klenner und Martin und Häderle! So spricht euer Blaublut Mauch!

 

Eine weitere gute Nachricht zum Schluss: Die Taube war nach dem Spiel nicht mehr da. Ich bin gaaaaanz sicher, dass sie nur geschlafen hat und nun Richtung Süden ins Warme fliegt.

 

Raichbergritter:

Im Tor: Häderle, Griffith

Im Feld: Haidle, E-Mail Stahl (2), Martin (2), Schiffer (2), By Chan (1), Klenner (7), Becher (2), Kälberer (4/2), Reck (3), Seipel (6), Blaublut Mauch (3)

 

Offizielle: L. Stahl, Reimann




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