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Katzengold ist auch nur ein Stein

  • louisamach
  • 15. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Letzte Woche hat man noch das Ebersbacher Angriffsspiel gelobt, diese Woche muss man sich für den Angriff schämen. Während die Abwehr in dieser Woche wortwörtlich Beton angerührt hat, konnte der Ball nur in den seltensten Fällen überhaupt die Mittellinie überqueren. Nun ist der Handballsport leider so konzipiert, dass es kein entweder oder gibt, sondern immer ein klares und zwischen Angriff und Abwehr steht.


Viele Worte braucht man über die erste Hälfte nicht zu verlieren. Bei gerade einmal fünf verwandelten Würfen war im Angriff nicht viel Ansehnliches dabei. Wenn der Ball nicht direkt den Gastgeberinnen aus Reichenbach in die Hände gespielt wurde, verlor man ihn bereits auf dem Weg in die gegnerische Hälfte oder musste ihn durch technische Fehler regelkonform wieder abgeben. Wie die D-Jugend vor dem Spiel am Sonntag so schön demonstriert hat: Nach drei Schritten muss man prellen oder es folgt ein Abspiel bzw. Wurf (und jetzt alle: Beim Handball sind maximal drei Schritte erlaubt). Die Abwehr hingegen muss an dieser Stelle einmal deutlich gelobt werden. Hier wurde gerutscht, geredet und ordentlich geackert, das Training hat sich ausgezahlt. Auch die Torhüterinnen Sabrina Baumann und Mona Schiffner sind explizit zu nennen, da sie jederzeit zur Stelle waren und der Mannschaft den Rücken freihielten.


Nach dem mageren Halbzeitstand von 07:05 für die Reichenbacherinnen hätte man in der zweiten Hälfte noch genügend Zeit gehabt, das Spiel zu drehen. 30 Minuten – andere Mannschaften erzielen in dieser Zeit knapp 30 Tore. Dass die HSG-Mädels nicht wie alle anderen Mannschaften sind, ist ja wohl klar: Wir schaffen nämlich ganze sechs Tore, und diese auch nur mit Not und Elend. Was ist nur mit dem Ebersbacher Angriff los? Lücken breiter als das Tor, und alle stehen davor, keine Spielerin nimmt sie. Und wenn sich dann doch einmal jemand zum Werfen herablässt, landet der Ball am strategisch unklügsten Ort: im Bauch der gegnerischen Torhüterin. Also mal ehrlich, so stark wirft hier niemand, dass man da ein Loch hineinschießen könnte. Da fragt man sich schon, ob es an mangelnder Spielintelligenz, am Sehvermögen oder an beidem liegt. Der Angriff präsentierte sich so schwach wie schon seit vier Jahren nicht mehr. Dabei waren eigentlich alle Voraussetzungen gegeben. Allerdings funktioniert die eine oder andere Spielerin in dieser Konstellation einfach nicht, und möglicherweise muss hier noch einmal deutlich an den Stellschrauben gedreht werden.


Die männliche D-Jugend hat es am vergangenen Sonntag in meisterlicher Art und Weise bewiesen: Man muss nicht der oder die Größte sein – es reicht, wenn man zusammenspielt und sich auf die Mitspieler:innen verlassen kann. Denn im Zweifelsfall entscheidet immer das Kollektiv über den Einzelkämpfer. Nun gilt es, aus dem Steinhaufen die letzten Stücke Katzengold aufzusammeln und den drohenden Abstiegskampf anzunehmen. Der Weg wird nicht leicht, aber das Potenzial ist da. Also gehen wir es an!


Es spielten: M. Schiffner, S. Baumann; S. Babschanik, J. Wieland (1), K. Niederberger (1/1), L. Vögl, L. Principe (2), V. Hadyk, L. Mach, M. Aurenz (2), A. Karpischek (2), L. Beutel (1/1), L. Wieland, N. Häderle, M. Weiler (2).

HSG Ebersbach-Bünzwangen

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