Kellerduell mit Potenzial
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Selten tat ein Punktverlust so weh wie am Sonntagabend im Kellerduell gegen den VfL Kirchheim. Trotz einer deutlich gesteigerten Leistung gelang es den HSG-Mädels am Ende nicht, in den entscheidenden Momenten kühlen Kopf zu bewahren. Durch das verlorene Spiel verlor man nicht nur zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf, sondern auch den direkten Vergleich. Dennoch wäre es falsch, nach diesem Spiel alles schlechtzureden. Was die Mannschaft phasenweise in Angriff und Abwehr zeigte, macht Mut und lässt erkennen, welches Potenzial in ihr steckt und dass über 60 Minuten noch mehr möglich ist.
Von Beginn an war beiden Teams die Bedeutung der Partie anzumerken. Kirchheim erwischte den etwas besseren Start und ging unter anderem durch zwei verwandelte Siebenmeter in Führung. Nach einem groben Foul und der daraus resultierenden Überzahlsituation fand auch die HSG besser ins Spiel. In der ersten Halbzeit waren es vor allem Lena Beutel und Melanie Aurenz, die immer wieder erfolgreich abschlossen. Auch defensiv präsentierte sich die HSG Mädels deutlich agiler, verschoben konsequent zur Ballseite und arbeiteten aufmerksam im Verbund. Ein besonderes Highlight war der Einsatz der reaktivierten Torhüterin Christin Findeis, die direkt nach ihrer Einwechslung einen Siebenmeter parierte und unter großem Jubel in der Halle ihren gelungenen Einstand feierte. Da sich beide Mannschaften immer wieder abwechselnd in Führung brachten, ging es mit einem leistungsgerechten 14:14 in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich das intensive Duell fort. Kirchheim legte vor, Ebersbach zog nach – doch es war spürbar, dass für die HSG an diesem Abend sogar noch mehr möglich gewesen wäre. In einigen Situationen fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss oder die Geduld im Spielaufbau. Zu schnell wurden Abschlüsse gesucht oder Bälle leichtfertig abgegeben. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft aber auch, wozu sie fähig ist, wenn sie ihr Potenzial ausschöpft. Besonders Melanie Aurenz übernahm Verantwortung und hielt ihr Team mit starken 13 Treffern im Spiel. Auch Lena Beutel und Vanessa Hadyk sorgten über die Außenbahnen für viel Druck und steuerten wichtige Tore bei.
In der Schlussphase machte sich jedoch die hohe Intensität der Partie bemerkbar. Zeitstrafen und mehrere Siebenmeter für die Gäste erschwerten es, den Rhythmus zu halten. In den entscheidenden Minuten fehlte die letzte Konsequenz in Angriff und Abwehr, sodass man sich am Ende ohne Punkte begnügen muss. Angesichts der schwierigen Ausgangssituation und der vergangenen Wochen zeigte die Mannschaft jedoch eine klare Leistungssteigerung und bewies, dass sie im Abstiegskampf absolut konkurrenzfähig ist.
Und was macht man nach so einem Spiel? Man hält es wie Deutschlands wohl bekanntester TV-Chef Bernd Stromberg: „Sieht aus wie ein Sargdeckel, könnte aber auch ein Sprungbrett sein.“ Genau so darf dieses Spiel verstanden werden: als Zeichen dafür, dass das Potenzial da ist. Wenn es gelingt, diese Leistung über die volle Spielzeit zu konservieren, wird sich die Mannschaft auch wieder belohnen. Jetzt gilt es, geschlossen weiterzuarbeiten und den Weg konsequent fortzusetzen.
Es spielten: C. Findeis, S. Baumann; S. Babschanik, J. Wieland (1), K. Niederberger (1/1), V. Hadyk (2), L. Mach, M. Aurenz (13), A. Karpischek (2), L. Beutel (4), L. Wieland (1), N. Häderle (1), M. Frasch (1).
