Kleiner Kader, große Wirkung
- vor 59 Minuten
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Kollektives Aufatmen in Ebersbach! Trotz – oder vielleicht gerade wegen – des stark dezimierten Kaders riefen alle Spielerinnen ihre Leistung ab und standen in brenzligen Situationen füreinander ein. Genau deshalb stand nach 60 Minuten ein verdientes 24:16 auf der Anzeigetafel. Nach Wochen des Trübsalblasens und mutlosen Spiels tat dieser Sieg der Mannschaft und den Fans sichtlich gut.
Zu Spielbeginn war das erste Tor den Gästen der Spielgemeinschaft Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf (WiWiDo) vorbehalten – wie sich später herausstellen sollte, blieb es auch die einzige Führung für die Gäste. Nachdem Laura Principe bereits nach zwei Minuten unsanft von der Seite abgeräumt wurde, konnte nicht nur die fällige Zeitstrafe gegen die Gegnerinnen ausgesprochen werden, sondern auch der anschließende Siebenmeter sicher von Kathrin Niederberger verwandelt werden. Den entstandenen Platz auf dem Feld nutzte Louisa Mach im nächsten Angriff direkt und legte von außen nach. Auch die Abwehr stand von Beginn an stabil und arbeitete hart für jede Chance auf den Ball. So fischte unter anderem Lena Beutel mehrfach Bälle aus dem Spiel, während Laura Principe von Torhüterin Sabrina Baumann immer wieder schnell nach vorne geschickt wurde. Obwohl oder vielleicht gerade weil der Angriff an diesem Tag eher unkonventionell agierte, entwickelte sich zu Beginn deutlich mehr Spielfluss als in den vergangenen Wochen. Nicht zuletzt weil Julia Wieland und Nadine Häderle ihre Mitspielerinnen immer wieder gut in Szene setzten.
Manchmal muss man eben neue Wege gehen – so lautete offenbar die Devise am Samstag. Mona Schiffner, bislang eigentlich im Tor der HSG zuhause, lief erstmals in dieser Spielzeit auf dem Feld auf und erzielte direkt bei ihrem ersten Versuch ihr erstes Tor des Abends. Am Ende sollten es sogar sechs Treffer werden – Chapeau! Nach diesem überraschenden Auftakt zog das gegnerische Trainerteam früh die grüne Karte, doch auch die Auszeit brachte zunächst wenig Entlastung für die Gäste. Lena Beutel, Mona Schiffner, Kathrin Niederberger und Mara Weiler trafen weiter zuverlässig, sodass die HSG mit einer 13:6-Führung in die Kabine gehen konnte.
Sieben Tore Vorsprung sind zwar komfortabel, doch aus der Vergangenheit wusste man in Ebersbach, dass solche Führungen auch schnell wieder zusammenschmelzen können. Entsprechend wurden in der Pause vor allem Ruhe im Angriff und klare Absprachen in der Abwehr angesprochen. Das Trainerduo Krapf & Fischer-Roos zeigte sich jedoch vorsichtig optimistisch für die zweiten 30 Minuten.
Nach Wiederanpfiff blieb die HSG konzentriert. Mona Schiffner setzte weiterhin offensive Akzente und brachte mit jedem Treffer zusätzliche Energie ins Spiel. Gleichzeitig wuchs auch die Sicherheit im gesamten Team. Im Tor zeigte Sabrina Baumann einmal mehr ihre Klasse: Neben zahlreichen Paraden aus dem Spiel heraus entschärfte sie auch vier Siebenmeter und hielt den Vorsprung damit konstant. Beim Stand von 19:11 versuchten die Gäste noch einmal mit einer Auszeit gegenzusteuern. Doch am Spielverlauf änderte sich wenig: Auf einen Treffer der Gäste folgten meist zwei oder drei der HSG-Mädels. Erst in den letzten Minuten machte sich die intensive Partie etwas bemerkbar – die Pässe wurden ungenauer und das Spiel hektischer. Doch selbst in dieser Phase blieben Lena Beutel von Linksaußen und Kathrin Niederberger vom Siebenmeterpunkt (mit einer starken 100-prozentigen Trefferquote) weiterhin erfolgreich.
Am Ende war es vor allem die starke erste Halbzeit, die den Unterschied machte. In den entscheidenden Momenten ließen sich die HSG-Mädels diesmal nicht die Butter vom Brot nehmen. Einen wichtigen Anteil daran hatten auch die erfahrenen Rückkehrerinnen: Christin Findeis mit ihrer ruhigen Ausstrahlung und Natalie Mayer mit ihrer Präsenz auf dem Feld gaben der Mannschaft zusätzliche Stabilität. Die Unterstützung war an diesem Wochenende enorm wertvoll – vielen Dank dafür!
Mit diesen zwei wichtigen Punkten schöpft die HSG im Abstiegskampf neue Hoffnung. Mit den Topteams aus Denkendorf, Eislingen und Kuchen-Gingen-Süßen sowie den Tabellennachbarn aus Reichenbach und Uhingen warten weiterhin anspruchsvolle Aufgaben. Umso wichtiger ist es nun, konzentriert weiterzuarbeiten und die gezeigte Leistung als Grundlage für die kommenden Spiele zu nutzen.
Es spielten: C. Findeis, S. Baumann; S. Babschanik (2), J. Wieland, K. Niederberger (5/5), N. Mayer, L. Principe (4), L. Mach (2), M. Schiffner (6), L. Beutel (4), N. Häderle, M. Weiler (1).
