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Platz da für den König!

vor 23 Stunden
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 14 Stunden

HSG 2 – HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf 3 29:20 (13:7)


Allen Widrigkeiten zum Trotz setzen die Raichbergritter ihre Siegesserie in der heimischen Raichburg auch in der neuen Bezirksklasse-1-Neckar-Alb fort. Dabei ragte über die gesamten 60 Minuten vor allen Dingen das Kollektiv der Ritter heraus, an dessen Tafel vor dem Thron Seiner Durchlaucht Tobias von und zu Griffith auch Dank des neuen Werbebanners in bester Position schmackhafteste Speisen aufgetischt wurden.

 

Nach einer Vorbereitung, bei der es wenige Höhen und einige Tiefen zu durchschiffen galt, war die Frage numero uno, wie sich die Raichbergritter in ihren nagelneuen Trikots präsentieren würden. „Joa, ganz ok“,  durften die geneigten Zaungäste, darunter sogar Beobachter vom HT Uhingen-Holzhausen, vermelden.

 

So schritt Sir Bachus edelmütig von Linksaußen zum 1:0 voran (vielen Dank an dieser Stelle für die bereitwillige Aufopferung, den Preis des ersten Saisontores in Gestalt von güldenem Hopfen zu finanzieren). Aber wie würde der Gegner reagieren? Wird in dieser Staffel gar nach dem ersten Gegentor schon die weiße Fahne geschwungen? Nein, Sire. Der Vater ließ die Ritter noch nicht gewähren. Also nicht „mein“ Vater. Nein, auch nicht „dein“ Vater. „Silas Vater“ (auch nicht Silas sein Vater....!!!) aus WiWiDo ist gemeint. Eben jener war es, der zum 1:1 ausglich. Aber da war ja noch Reimanns Geheimwaffe. Sein Heer, also der Stefan. Der arbeitete sich nämlich nach einem sowas von fehlerlosen Training am Vortag vorbei an Capitano Becher in die Starting-Seven. Und Reinmanns Heer, also der Stefan, verwerte direkt Riegls Kanonen-Abpraller zum 2:1 (3. Minute). In den folgenden vier Minuten fehlte den Rittern aber auch etwas fortune beim Abschluss, sodass WiWiDo in Führung gehen konnte (6. Minute, 2:4). Der Rückstand war vor allen Dingen deswegen überraschend, weil Reimann als Einstimmung vor dem Spiel mit „O Fortuna“ aus Carl Orffs Carmina Burana selbst direkt die Unberechenbarkeit des Schicksals anmerkte. Vielleicht wollte Reimann aber eben jene Unberechenbarkeit des Ritterkollektivs damit anrufen. In Unterzahl erstritten die Ritter sofort hiernach durch Parzival Riegl und Landkomtur Labude den Ausgleich. Jungkanonier E-Mail Stahl forderte mit einem Parley beim 5:4 die Führung (11. Minute) zurück und verhandelte im gleichen Zuge, dass die Ritter fortan in Führung bleiben sollten. Wortgewandt vom Jungfuchs, das muss man ihm lassen!

Auch wenn Sir Bachus mit ungestümen Galopp kurz darauf für die nächste HSG-Unterzahl sorgte, so sprang das Kollektiv für ihn in die Bresche. Erneut überstand man die 120 Sekunden hinten schadlos. Vorne war man zugleich doppelt erfolgreich, dieses Mal über die rechte Flanke. Nachdem Parzival Riegl stehend aus sieben Meter Entfernung den nächsten Kohlkopf für das schmackhafte Mal eintütete (9:5, 17. Minute), wechselte Reimann nach einer Auszeit seine komplette Tafelrunde aus. Die betagten Ratsherren hatten vorerst ausgedient. Die ganz junge Garnison (By Chan, Kälberer, Rohse, Hummel, Schiffer – Becher dämpfte allerdings den Altersdurchschnitt) durfte nun im Rat debattieren.

Und was die in Sachen Tempo nach vorne und Schnellfüßigkeit in der Abwehr in Worte zu verfassen mochte, füllte Bücher. Die ganz dicken Schinken! Die nächsten fast zehn Minuten war deren Abwehrbollwerk unüberwindbar für die Gäste aus dem Lautertal. Kein Gegner, der nicht von zwei Rittern gleichzeitig in die Mangel genommen wurde. Im selben Atemzug musste WiWiDo dem Tempo der Jungritter nach vorne ordentlich Tribut zollen. Rohse und Hummel jubelten natürlich auch völlig zurecht, nachdem sie den Vorsprung weiter ausbauten. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Seine Durchlaucht von und zu Griffith hier übrigens schon seine achte Parade verzeichnete. Besonders hervorzuheben wäre allerdings auch noch Bannerherr By Chans Treffer unter drängendstem Zeitspiel über des Gegners Balustrade im Zentrum hinweg zum 13:7-Pausenstand.

 

Es ereignete sich eine Partie, die bei allen Unzulänglichkeiten absolut Spaß bei Zusehen zu machen vermochte! Vom sympathischen Unparteiischen Konrad aus Backnang hervorragend geleitet zeichneten dann auch die zweiten 30 Minuten ein ähnliches Gemälde.

 

Die Gäste zeigten mit ihrer Trikotfarbe (blau) an, dass sie an dem Tempo der heimischen Junggarde auch nach der Halbzeit sauerstoffzeltartig immer noch zu knapsen hatten und so gelang es der Tafelrunde ohne größere Auffälligkeiten, ihren Vorsprung sukzessive auszubauen. Kälberer markierte das 17:10 (35. Minute). Mit seiner besten Aktion im HSG-Dress überhaupt stibitzte Reimanns Heer, also der Stefan, erst den Ball in der Abwehr und vollendete dann selbst seinen Konter zum 19:11 (39. Minute). Parzival Riegl markierte quasi im zwei gegen sechs mit seiner gut geölten Silberbüchse seinen fünften Treffer und damit den ersten Zehn-Tore-Vorsprung (23:13, 47. Minute). Nachdem die Paraden Seiner Durchlaucht Tobias von und zu Griffith bereits die ersten zweistelligen Primzahlen überschritten hatten, steuerte nun Nachwuchsstar Collin Follmer seine Tentakel dem Raichbergritter-Kollektiv bei. „Mein Platz ist von nun an auf der Bank, werte Herren“, tönte Riegl sodann vorlaut und machte sich mit seinen vier Buchstaben auf eben jener breit. Aber nicht, bevor er noch Sir Bachus mit einer Harpune zum 24:13 bedienen wollte.

 

Das Aufeinandertreffen war entschieden, daran änderte auch die Auszeit des Gegners nichts mehr. Die Spannung wollte und musste man gleichwohl halten. E-Mail-Stahl traf zum 25:14, Labude erhöhte mit dem 26:14 auf zwölf Unterschied. Aber ganz so hoch wollten die Gäste aus dem Lautertal dann doch nicht von dannen ziehen. Sie verbesserten ein letztes Mal ihre Abschlussquote, auch wenn Follmer im Kasten sich mit aller Kraft dagegen stemmte. Nach weiteren Treffern durch Becher, E-Mail-Stahl und By Chan sowie zwei richtig teuren Verweigerungen durch Reimann vor dem 30. Tor war es alles in allem am Ende ein dickes (und vor allen Dingen beruhigendes!) Ausrufezeichen der Ritter, die mit einem 29:20 das Schlachtfeld mit zufriedener Miene verließen.

 

„Raichbergritter des Spiels“ durfte sich zu guter Letzt Seine Durchlaucht Tobias von und zu Griffith nennen, dessen Gefolge häufig mit „Platz da für den König!“-Rufen für die notwendige Aufmerksamkeit in Kevin Krapfs Schenke zum Raichberg bemüht waren.

 

Jubel. Jubel!


Raichbergritter:

Im Tor: Follmer, Seine Durchlaucht Tobias von und zu Griffith

Im Feld: Riegl (5/1), E-Mail-Stahl (4), Labude (6/2), Rohse (1), By Chan (2), Schiffer, Hummel (2), Becher (2), Reck (2), Seipel, Kälberer (1), Reimann, Mauch (2), Heer (2).

 

Offizielle: L. Stahl, Conrad, Unterkircher


Die Raichbergritter des Spiels
Die Raichbergritter des Spiels


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